Vorschau
Anders [über]leben in Neukölln. Nachhaltiges Handeln ist machbar!
Jahresausstellung des Museums Neukölln
Juni bis Dezember 2027
Vision & Mission: Ein neues Narrativ der Nachhaltigkeit
Am 10. Mai 2026 war der deutsche Erdüberlastungstag: ein deutliches Signal für die Grenzen des Wachstums auf unserem Planeten. Über Nachhaltigkeit wird in diesem Zusammenhang meist als Verzicht, Verlust und Verbot gesprochen. Das Museum Neukölln konzipiert die Ausstellung „Anders [über]leben in Neukölln. Nachhaltiges Handeln ist machbar!“ mit der Intention, diesem Narrativ die positive Erzählung von Selbstwirksamkeit und einem qualitativen Wachstum entgegen zu setzen:
„Nachhaltiges Handeln ist machbar und sinnstiftend!“
Der Titel spielt mit einer Doppelbedeutung: wir verweisen auf das biologische Überleben innerhalb der Belastungsgrenzen unserer Erde und markieren zugleich den Weg zu einem guten, sinnstiftenden Leben, das durch lokale Vernetzung an Qualität gewinnt. Nachhaltigkeit ist für uns kein statisches fernes Ziel. Sie ist eine tägliche, individuell gestaltbare Lebensführung.
Wir wollen zeigen, dass nachhaltiges Handeln
- längst stattfindet – in vielen Initiativen, Projekten und Betrieben in Neukölln;
- eine lange Geschichte hat – Reparieren, Wiederverwenden und Teilen sind historische Praktiken;
- berühren und bewegen kann – Kunst und Kultur sprechen uns mit allen Sinnen an, über die Sachebene hinaus.
Die Besucher:innen können erleben, dass sie mit ihrem eigenen Handeln etwas Gutes und Sinnstiftendes bewirken können.
Die drei Ebenen der Ausstellung
Unsere Ausstellung folgt der Logik der Annäherung:
Der Rahmen: „Der Neuköllner Kosmos der Nachhaltigkeit“
Die Wände zeigen grafisch aufbereitet Akteur:innen in Neukölln, die bereits in verschiedenen Bereichen nachhaltig handeln. So wird der Ausstellungsraum zu einem begehbaren Who-is-Who der lokalen Transformationen. Die Akteur:innen beschreiben ihr Engagement mithilfe einer Matrix vorab selbst. Daraus wird ihr individuelles Profil sichtbar. Gemeinsam können wir aus dem Erfahrungswissen von weit über 130 Nationen, die Neukölln vereint, gewohnte Muster hinterfragen und neue oder bewährte Lösungen entdecken.
- Die Besucher:innen erkennen, dass Nachhaltigkeit direkt vor der eigenen Tür beginnt. Durch die Verknüpfung der Projekte per QR-Codes wird die Ausstellung zur kommunikativen Schnittstelle mit dem Stadtraum.
Der mittlere Ring: „Die Objekt-Welt befragen“
In diesem Bereich schlagen wir die Brücke der Relevanz zwischen der Historie, der Gegenwart und den persönlichen Zukünften. Wir präsentieren historische Objekte unserer eigenen Sammlung und von Neuköllner:innen und betrachten sie durch die Brille der Nachhaltigkeit. Die Objekte beweisen, dass immer schon repariert, wiederverwandt oder sparsam gewirtschaftet wurde – meist ohne dies explizit als nachhaltig zu benennen.
- Durch die historischen Objekte können die Besucher:innen Bezüge zum eigenen Lebensumfeld entdecken. So kann die Gewissheit entstehen, dass nachhaltiges Handeln machbar ist.
Das Zentrum unserer Ausstellung: „Im Dialog…“
In Video-Interviews sprechen wir mit Privatpersonen, Initiativen, Verwaltung, Unternehmen, Künstler:innen und Politik über ihre jeweiligen Perspektiven zum nachhaltigen Handeln. Die Besucher:innen finden hier Stimmen, mit denen sie sich identifizieren oder an denen sie sich reiben können. Im Idealfall entsteht die Motivation ins eigene Handeln zu kommen.
Die Ausstellung reicht über das Museum Neukölln hinaus: Ein mobiles Interview-Setting bezieht die Menschen in Neukölln direkt mit ein. Einzelne Themen sind bei Partner:innen im Stadtraum angesiedelt.
Wir möchten mit der Ausstellung zeigen:
Wissen allein verändert selten unser Verhalten – Kunst und Kultur können hingegen emotional berühren. Wir begreifen Kunst und Kultur nicht als ein dekoratives „Nice-to-have“, sondern als das primäre Sinnsystem, durch das Menschen ihre Wirklichkeit wahrnehmen. Deshalb laden wir künstlerische Positionen und kulturelle Praktiken ein, sich in der Ausstellung und im Begleitprogramm zu engagieren.
An vielen Stellen in Neukölln findet bereits der Wandel hin zu einem nachhaltigen Handeln statt. Darüber hinaus sind wir alle aufgefordert, unser eigenes Handeln konstruktiv zu hinterfragen.
Nachhaltiges Handeln ist machbar!
![Schriftzug: Anders [über]leben in Neukölln. Nachhaltiges Handeln ist machbar!](https://schloss-gutshof-britz.de/application/files/thumbnails/large/4017/9146/3578/aulin_logo_positiv.png)