Rückschau

26.04.2024 – 10.05.2024

Dekoloniales Denkzeichen

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Im März 2023 lobte das Global Village in Berlin den internationalen Kunstwettbewerb „Dekoloniales Denkzeichen“ aus. Dabei wurde in einem offenen, anonymen und internationalen die Realisierung eines „Dekolonialen Denkzeichens“ – einer künstlerischen Arbeit, die sich mit Dekolonisierung beschäftigt – ausgeschrieben.

Vom 26. April 2024 bis zum 10. Mai 2024 wurden 20 Entwürfe im Foyer des Kulturstalls auf dem Gutshof Britz gezeigt. Diese 20 Entwürfe wurden aus über 300 eingereichten Beiträgen ausgewählt. Auch Künstler:innen aus ehemals kolonisierten Ländern waren eingeladen, sich am Wettbewerb zu beteiligen – ein Novum in Deutschland.

 

 

23.06.2023 – 24.09.2023

A 100 - Operation Beton

Eine künstlerische Rauminstallation von Petra Kübert & Christina Zück

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Länge: 3,2 Kilometer, Tiefe: bis zu 30 Meter, Volumen: 650.000 Kubikmeter Beton, Gewicht: allein 750.000 Tonnen Stahl. Seit 2013 fräst sich die Stadtautobahn A100 mit ihrem Bauabschnitt 16 durch den Bezirk Neukölln. Auf Zeit entsteht ein Schwellenraum, dessen Zukunft umstritten ist.

Wie wird diese Schneise von den Anwohner:innen wahrgenommen? Wie eignen sie sich diesen außerweltlich scheinenden Ort der Baustelle temporär an?

Welche sozialen, stadträumlichen und stadtökologischen Konsequenzen hat der Bau einer Autobahn im 21. Jahrhundert mitten in Berlin, mitten in einer Energie- und Klimakrise?


Mit der Ausstellung „A100 – Operation Beton“ gingen die beiden Künstlerinnen Petra Kübert und Christina Zück diesen Fragen auf den Grund. Mit unterschiedlichen Mitteln der künstlerischen Forschung näherten sie sich den kollidierenden Meinungen, Befürchtungen sowie An- und Aussichten.
Mit großformatigen Fotoarbeiten, ortsspezifischen Malereien, Videoinstallation und Diashows –
daneben Fundstücke und Relikte des Bauabschnitts 16 – sowie Interviews bot die Ausstellung den Besucher:innen einen Einblick in einen Ort des Übergangs, der seine eigenen Regeln und seine eigene Ästhetik hervorbrachte. Speziell für den 16. Bauabschnitt angefertigte Bauelemente des Entwässerungssystems aus Hightech-Polymerbeton entwickelten in der Ausstellung ihre raumbildende, skulpturale Qualität und verströmten einen ganz besonderen materialästhetischen Charme. Der Ausstellungsraum selbst wurde zu einer Baustelle, zu einem Labor, in dem man aufgefordert ist, sich seine ganz eigene Meinung zum Thema Stadtautobahn zu bilden.

 

 

19.11.2022 – 29.05.2023

#Der schönste Tag – Hochzeit in Neukölln

20221027_Hochzeit.PNGHat das Thema Hochzeit heutzutage eine Hoch-Zeit? Oder ist das Heiraten unterdessen museumsreif geworden? Genauso, wie bei vielen anderen Phänomenen der Kultur, scheiden sich die Geister bei der Beantwortung dieser Frage: Für manche gehören Hochzeit und Ehe zum festen Bestandteil ihres Lebens – manch andere leben hingegen unkonventionellere Beziehungskonzepte. Eines steht fest: wir leben, nicht nur in Berlin-Neukölln, im Zeitalter vielfältiger Möglichkeiten. Um diesen Status quo zu erlangen, war ein gesellschaftlicher Diskurs um Werte, Traditionen und letztlich um Gesetze erforderlich, der sich über Generationen hinzog. Bei aller Diversität ist eines geblieben: Entscheidet sich heute ein Paar zur Eheschließung, wird in der Regel auch gefeiert. Hochzeit in Neukölln ist deshalb ein lohnendes, buntes und auch ernstzunehmendes Thema für die neue Sonderausstellung im Museum Neukölln.

Mit über 150 historischen Fotos wurde ein begehbares Panorama der Hochzeit geschaffen – vom ersten Kuss bis zur Goldenen Hochzeit. Mit ausgewählten Objekten aus der Sammlung des Museums Neukölln wurde das Thema Hochzeit auch gegenständlich wahrnehmbar; darunter der Füller eines Neuköllner Standesbeamten, der über 10.000 Ehen geschossen hat. An einer langen Hochzeitstafel ließen wir Expert:innen symbolisch Platz nehmen. Und in einem Hochzeitsbarometer konnten Besucher:innen ihre persönliche Meinung zum Heiraten hinterlassen.

Der Begleitband (Matthias Henkel (Hg.) mit Julia Dilger, Dominik Laupichler, Harriet Merrow, Marisa Schulz, Berlin 2022, 144 Seiten, ISBN 978-3-944141-27-5) kann gegen eine Schutzgebühr von 12,00 € im Museum erworben werden.

 

 

23.10.2022 – 21.12.2023

Mobiles Museum Neukölln | Ein Beruf für's Leben – 100 Jahre Hebammenschule Neukölln
Waschen.JPGAusstellungsort: KulturKirche nikodemus, Nansenstraße 12, 12047 Berlin
Öffnungszeiten: Montag – Freitag, 10:00 – 17:00 Uhr

Eine Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln in Kooperation mit dem Vivantes Klinikum Neukölln

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind für jede Frau ein besonderer Lebensabschnitt. Hebammen sind in dieser Zeit wichtige Bezugspersonen. Ihre Ausbildung befähigt sie dazu, in der Schwangerschaft zu beraten und zu betreuen, Geburten zu leiten, Komplikationen frühzeitig zu erkennen, Neugeborene zu versorgen und das Wochenbett zu begleiten.
Die Gründung der Hebammenlehranstalt und Frauenklinik am Neuköllner Mariendorfer Weg vor 105 Jahren markierte eine zukunftsweisende Erneuerung des Gesundheitswesens über die Bezirksgrenzen hinaus. Von Anfang an lag der Fokus auf einer fundierten und professionellen Aus- und Fortbildung von Hebammen, die landesweit Maßstäbe setzen sollte. Die Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln beleuchtet die Geschichte der Hebammenschule, die zwar von politischen Umbrüchen nicht unberührt blieb, sich aber zu einem der wichtigsten Standorte des Berufsstandes entwickelte.

Das Begleitmagazin (in Kooperation mit Vivantes Klinikum Neukölln von 2017.
Udo Gößwald (Hg.), Berlin 2017, 16 Seiten) kann gegen eine Schutzgebühr von 2,00 € im Museum erworben werden.

 

 13.03.2022-25.09.2022

Großstadt Neukölln. 1920 - 2020

großstadt_NK.JPGWie hat sich Neukölln seit der Eingemeindung zu Groß-Berlin 1920 verändert? Anhand von acht markanten Schauplätzen wird die städtebauliche Entwicklung im Großstadtbezirk Neukölln in der Ausstellung visuell erlebbar. Das gelingt, indem die Besucher:innen Großfotos mithistorischen Motiven der acht Orte mit Würfeln selbst zusammenbauen können – wie in einem Puzzle. Wer die Fotografien sorgfältig „liest“, wird angeregt, auf feinste Veränderungen im Stadtbild zu achten und kann so verschiedene Epochen miteinander vergleichen. Informieren Sie sich darüber hinaus über die Entwicklung und Vernetzung von Verkehrswegen, Straßen und Plätzen, die Erschließung von Flächen für Wohnsiedlungen und Industrie, die Entstehung von zentralen Orten des Konsums und des Vergnügens sowie die Nutzung von städtischen Grün- und Erholungsflächen. Das heutige Neukölln wird durch eine Fotoserie von Gundula Friese eindrucksvoll in Szene gesetzt. Leon Kopplow hat Passagier:innen der U8 in Neukölln porträtiert. Sie begegnen Ihnen mitten in der Ausstellung!

Der Begleitband „Großstadt Neukölln. 1920–2020“, herausgegeben von Dr. Udo Gößwald, kann für 18 € (Schutzgebühr) erworben werden.

 

29.05.2021 - 28.02.2022
Das Museum des Lebens

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In der Ausstellung „Das Museum des Lebens. Private Erinnerungskultur aus Neukölln“ werden Fotografien, Dokumente und Gegenstände präsentiert, die über die Lebenswege und Schicksale von zehn Verstorbenen erzählen, deren Leben eng mit Neukölln verbunden waren. Auf eindrückliche Art und Weise werden die persönlichen Nachlässe der Verstorbenen in Szene gesetzt. Zusammen mit sensibel komponierten Hörstücken werden ihre Haltungen und Einstellungen reflektiert.
Wir widmen uns den Erinnerungen der Angehörigen und Freund:innen und würdigen das Leben von Menschen, die während ihres Lebens nicht im Scheinwerferlicht öffentlicher Aufmerksamkeit standen. Das „Museum des Lebens“ gibt denjenigen eine Stimme, die sich von der Komplexität des Lebens, von seinen tragischen und euphorischen Seiten, nicht abschrecken lassen und reflektiert in welcher Weise wir die Erinnerung an einen nahestehenden Menschen als Teil unseres Lebens betrachten können.


Der Begleitband „Das Museum des Lebens. Private Erinnerungskultur aus Neukölln“, herausgegeben von Dr. Udo Gößwald, (ISBN 978-3-944141-26-8) kann für 18,90 € (Schutzgebühr) im Museum erworben werden.

 

Über diesen Link gelangen Sie zu den Hörstücken zur Ausstellung museum-des-lebens.museum-neukoelln.de

 

03.09.2021 - 27.11.2021
Mobiles Museum - Gut Nass! Wassersport in Neukölln

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Sport auf und im Wasser hat in Neukölln eine lange Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Vereine in Rixdorf gegründet. Bis heute werden die Gewässer im Bezirk zum Schwimmen, Paddeln und Rudern genutzt. Neuköllner Wassersportler:innen waren und sind erfolgreich, einige sogar als Teilnehmer:innen der Olympischen Spiele. Wie sich die Neuköllner Vereine entwickelt haben, welche kleinen und großen Erfolgsgeschichten, aber auch Schicksalsschläge dahinterstehen und wie (lebens-)wichtig die Vereinstätigkeit rund um den Wassersport ist  davon erzählt die Ausstellung. Neben der langen und erfolgreichen  Geschichte des Wassersports auf und in den Neuköllner Gewässern erzählt die Ausstellung vor allem auch von den Werdegängen der Neuköllner Vereine, ihren Höhen und Tiefen, und der Bedeutsamkeit des Vereinslebens für die Neuköllner:innen bis heute.

Nachdem "Gut Nass!" vom 03.09.2021 bis 01.10.2021 im Rathaus Neukölln zu sehen war, zog die mobile Ausstellung in die Helene-Nathan-Bibliothek, wo sie  bis zum 27.11.2021 zu sehen war.

Zur Ausstellung ist eine Broschüre entstanden. Diese können Sie für eine Schutzgebühr von 2,00 € zzgl. Versandkosten im Museum erstehen. "Gut Nass! Wassersport in Neukölln“ Dr. Udo Gößwald (Hg.), Berlin 2021, 16 Seiten.
 

11.01- bis 05.07.2020
Neuköllner Kriegskinder.
Videoinstallation von Ina Rommee in Kooperation mit Stefan Krauss

 

Die Videoinstallation basiert auf den persönlichen Geschichten von betagten Damen und Herren, die nebeneinander wie an einem virtuellen Konferenztisch sitzen. Sie berichten von ihren Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs und den ersten Jahren danach. Im Jahr 1945 sind sie zwischen vier und siebzehn Jahre alt gewesen und erzählen sehr emotional, aber auch manchmal erschreckend nüchtern, unglaubliche Geschichten, die sie als Kinder oder Jugendliche in Berlin erlebt haben. Sie
stehen damit stellvertretend für eine ganze Generation, die mit ihren persönlichen Schicksalen wenig Stimme, wenig Raum im gesellschaftlichen Kontext bekommen haben. Durch die Form der Präsentation wird ein Gefühl der Unmittelbarkeit und der Präsenz erzeugt. Wir hören nur Ausschnitte ihres Lebens, die jedoch durch die Form der Montage eine gemeinsame Narration ergeben. Sie scheinen sich gegenseitig zuzuhören und aufeinander zu reagieren, aber im Wesentlichen richten sich ihre Mitteilungen an die nachfolgende und junge Generation.


Mit dieser Videoinstallation wurde eine sehr eindringliche und überzeugende Arbeit geschaffen, in der die dokumentarische Herangehensweise mit der künstlerischen Gestaltung eine gelungene Fusion eingeht. Die einzelnen Erzählstränge wurden durch die Montage zu einer komplexen Narration verwoben und zeigen uns wie eine spannende Form der Vermittlung und Archivierung von Zeitgeschichte(n) aussehen kann. Die Kriegskinder sind alt geworden, daher ist es höchste Zeit Ihnen noch einmal zuzuhören und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Unter anderem wurden die Senior:innen gebeten auch zu den aktuellen kriegsbedingten Flüchtlingsströmen und der politischen Situation Stellung zu nehmen in der Erwartung, dass die eigenen leidvoll gemachten Erfahrungen zu einem empathischen Verständnis für andere in Not geratene Menschen führt.

 

11. Mai bis 30. Dezember 2019
In guten Händen. Handwerk in Neukölln

Die Ausstellung „In guten Händen. Handwerk in Neukölln“ präsentierte zahlreiche Werkstücke und Produkte aus Neuköllner Handwerksbetrieben, darunter ein Waschbecken aus Holz, eine Orthese aus modernen Karbonfasern und filigranen Silberschmuck. Die Atmosphäre und der Umgang mit den Materialien in den verschiedenen Werkstätten wurde durch detailreiche Fotoserien in Szene gesetzt. In kurzen Filmen berichteten Handwerkerinnen und Handwerker von ihrem Alltag, der Faszination und den besonderen Anforderungen ihres Berufes.

Historisches Werkzeug, Ofenkacheln und ein Mosaik der Mosaikwerkstätten Puhl & Wagner aus der Sammlung des Museums verweisen auf die Handwerkskunst von Neuköllner Werkstätten in der Vergangenheit. Trotzdes grundlegenden Beitrags, den das Handwerk zu allen Zeiten für den Lebensstil der Gesellschaft in denn Bereichen Mode, Architektur, Medizin, Mobilität und Ernährung geleistet hat, unterlag das Ansehen des Handwerks in seiner Geschichte stets starken Schwankungen. Heute gibt es in vielen Gewerken Nachwuchssorgen und die Digitalisierung stellt eine gewaltige Herausforderung dar – genau der richtige Zeitpunkt für eine Würdigung der Vielfalt und Produktivität des Handwerks in Neukölln.

Hier geht es zur Website der Ausstellung!

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