Rückschau 2025/2026
24. Oktober 2025 - 31. Mai 2026
ZEICHEN.SPRACHEN.STADTRAUM. Graffiti und Street Art in Neukölln

Statt einer kunsthistorischen Einordnung wählen wir einen eher ethnografischen Ansatz:
Wie kommuniziert die Stadt mit sich selbst?
Wer schreibt hier für wen?
Graffiti und Street Art sind visuell allgegenwärtig – die Bedeutung der Zeichen und Bilder erschließt sich aber oft nur Eingeweihten. Unsere Ausstellung bietet in diesem Sinne eine Hilfe zur Entschlüsselung der visuellen Codes.
Im Zentrum steht ein dokumentarischer Zugang: Hunderte Fotos aus dem Neuköllner Stadtraum bilden die visuelle Basis unserer Ausstellung. Mit Hilfe von drei großflächigen Projektionen holen wir ein Stück weit den Stadtraum ins Museum; erklärende Kommentare ergänzen die Präsentation.
Darüber hinaus bieten sieben Interviews mit Akteur:innen und Crews sehr persönliche Einblicke in Motivationen, Techniken und Haltungen hinter den Bildern – unterstützt durch sehr persönliche Objekte aus ihrem Alltag. Die Schwelle zwischen der erforderlichen Anonymität und Intimität berühren wir durch sehr sensible Porträtaufnahmen.
Gerahmt wird die Ausstellung durch eine umlaufende Galerie-Hängung mit Arbeiten der drei Fotokünstler:innen Jürgen Hohmuth, Maximilian Meisse und Tanja Schnitzler.
Das Format MUSEUM IM DIALOG bietet kuratierte Spaziergänge durch Neukölln, Führungen durch das Kurator:innenteam und inhaltliche Diskussionsveranstaltungen.
ZEICHEN.SPRACHEN.STADTRAUM ist keine Ausstellung für oder gegen Graffiti, sondern ein Versuch, das oft Übersehene sichtbar und lesbar zu machen. Denn auf den Hauswänden, Stromkästen und Brückenpfeilern spiegelt sich mehr von unserer urbanen Gegenwart, als wir auf den ersten Blick vermuten.
17.11.2025 - 23.11.2025

Die Aufarbeitung des Kolonialismus in der deutschen Geschichte ist ein noch vergleichsweise weißer Fleck auf der Landkarte der Erinnerungskultur. Auf dem Friedhof am Columbiadamm steht – als Relikt aus der Kolonialzeit – der sog. Herero-Stein, der in seinem jetzigen Erscheinungsbild mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. In den Jahren 2023/24 hat das Museum Neukölln gemeinsam mit der namibischen Künstlerin Isabel Tueumuna Katjavivi zu dieser Thematik die Ausstellung BURIED MEMORIES kuratiert.
Das Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Windhoek ist uns ein willkommener Anlass, die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Programmarbeit der Ausstellung „BURIED MEMORIES. Vom Umgang mit dem Erinnern. Der Genozid an den Ovaherero und Nama.“ in einer eigens kuratierten Kabinettausstellung anschaulich zusammenzustellen
21.9.2024 - 28.9.2025
DENK MAL JAHN. Ein Beitrag zur Diskussion um das Jahn-Denkmal in der Hasenheide.

Jahn war ein Kind seiner Zeit – seine Ideen zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie ethischen Fragen müssen daher im zeithistorischen Kontext des frühen 19. Jahrhunderts gesehen werden. Für eine Betrachtung aus heutiger Sicht müssen wir daher auch die in den jeweiligen Zeitepochen erfolgten Überschreibungen, Aneignungen und Instrumentalisierungen in den Blick nehmen.
Die Neuköllner Hasenheide ging als historischer Ort des ersten deutschen öffentlichen Turnplatzes in die Geschichte ein. 1872 wurde dort das Denkmal für Jahn eingeweiht. Nun stellt ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung aus dem Jahr 2023 dieses Denkmal in Frage. Unter Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteur:innen soll über den künftigen Umgang mit dem Jahn-Denkmal entschieden werden.
Bereits im Jahr 2011 erarbeitete das Museum Neukölln die Ausstellung „200 Jahre Turnplatz Hasenheide“. Darauf aufbauend werden nun mit DENK MAL JAHN neue Fragestellungen und Quellen berücksichtigt. Als Zeitgenoss:innen des 21. Jahrhunderts nehmen wir mit den Mitteln der historisch-kritischen Quellenanalyse und einem demokratischen Wertekanon Friedrich Ludwig Jahn erneut in den Blick.