Vortrag | Jeanette Wolff (1888-1976)
Kämpferin gegen den Nationalsozialismus, Überlebende der Shoah und Demokratin aus Überzeugung
Seit 1996 trägt eine Straße im „Frauenviertel“ im Süden Neuköllns den Namen von Jeanette Wolff. Doch trotz zahlreicher Ehrungen ist ihre Geschichte – wie die weiterer Namensgeberinnen im Viertel – heute den meisten unbekannt. Dabei ist ihr mutiges und engagiertes Wirken beispielhaft und bewegend wie kaum ein zweites.
Die Politikerin, Frauenrechtlerin und Jüdin Jeanette Wolff war eine überzeugte und leidenschaftliche Demokratin. Schon weit vor 1933 warnte sie vor der menschenverachtenden und reaktionären Ideologie des Nationalsozialismus. In der NS-Zeit politisch und antisemitisch verfolgt, überlebte Jeanette Wolff die Shoah – anders als nahezu ihre gesamte Familie. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Erfahrung umfassender Entrechtung setzte sie sich anschließend selbstbewusst für ein menschliches und gerechtes Miteinander ein, unter anderem als Bundestagsabgeordnete. Von 1946 bis zu ihrem Tod wirkte die Sozialdemokratin aus und in ihrem Wohnbezirk Neukölln.
Die Politikwissenschaftlerin Julia Pietsch beleuchtet in ihrem Vortrag die Lebensgeschichte Jeanette Wolffs und legt einen besonderen Fokus auf ihr Engagement vor 1933. Julia Pietsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und Kuratorin der Ausstellung „‚… dieser Feind steht rechts!‘ Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933“.

Foto: Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung., 6/FOTA050549 / Rechteinhaber nicht ermittelbar.
Zeit:
27. Januar 2027, 17:00 Uhr
Ort:
Museum Neukölln auf dem Gutshof
Alt-Britz 81
12359 Berlin