Vernissage | Um|Benennen - Neukölln und seine Straßennamen
Straßennamen prägen die Orientierung im Alltag und sind Ausdruck historischer Erinnerungskultur. Wer im Straßenbild sichtbar wird, ist das Ergebnis gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Die Ausstellung „Um|Benennen – Neukölln und seine Straßennamen" nimmt diese Prozesse in den Blick. Sie erzählt die Geschichte Neuköllns aus einer neuen Perspektive und zeigt, wie sich politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen im öffentlichen Raum widerspiegeln.
Neukölln, das selbst 1912 durch die Umbenennung von Rixdorf entstand, besitzt eine besondere Entwicklungsgeschichte. Neben gründerzeitlichen Quartieren entstanden im Laufe des 20. Jahrhunderts große Wohnsiedlungen wie die Hufeisensiedlung, die Gropiusstadt, die High-Deck-Siedlung oder die Weiße Siedlung. Mit ihnen wurden zahlreiche neue Straßen und Plätze geschaffen, deren Namen bis heute von den politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer Entstehungszeit erzählen.
Die Ausstellung beleuchtet die Hintergründe bedeutender Straßenbenennungen und geht unter anderem der Frage nach, wie Karl Marx gleich zweimal auf ein Neuköllner Straßenschild gelangte, warum sich das erste Frauenviertel Deutschlands in Rudow befindet und welche historischen Persönlichkeiten hinter heute wenig bekannten Straßennamenstehen. Zugleich thematisiert sie Namensgeber, die mit kolonialen, nationalistischen, rassistischen oder antisemitischen Positionen verbunden waren.
Mit historischen Dokumenten, Fotografien, Karten und biografischen Zugängen eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf die Geschichte Neuköllns und aktuelle Debatten um Erinnerungskultur, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Teilhabe im öffentlichen Raum.
Die Ausstellung ist Teil der Ausstellungsreihe Umbenennen!?, ein gemeinsames Projekt des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. und des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen. Gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.
Programm der Eröffnung am Freitag, 03.07.2026 um 17:00 Uhr:
Improvisation
Two Streets with no Names
Cello & Bass-Klarinette
Grussworte
Janine Wolter
Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport
Dr. Christoph Kreutzmüller
Vorsitzender des Vereins AKTIVES MUSEUM
Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.
im Dialog
Dr. Matthias Henkel
Leiter des Museums Neukölln
mit
Bärbel Ruben
Kuratorin der Ausstellung
anschließend
Ausstellungsrundgang und Empfang
Zeit:
03. Juli 2026, 17:00 Uhr
Ort:
Museum Neukölln auf dem Gutshof
Alt-Britz 81
12359 Berlin